Beim Air Race in Budapest Euro Fly-Out 2015
Der Aero-Club Rhein-Nahe e.V. hat in diesem Jahr erstmalig einen vom Verein organisierten „Euro Fly-Out“ mit Motorflugzeugen ins europäische Ausland organisiert. Die Veranstaltung stand für alle Vereinsmitglieder offen, egal ob auf Vereinsflugzeugen oder Privatmaschinen. Bei der Reise sollte der Spaß an der Fliegerei im Vordergrund stehen, wobei die angesteuerten Ziele natürlich interessant sein mussten. Beim Kick-Off Meeting im Februar standen vier Alternativrouten zur Auswahl. Für das erste Fly-Out fiel die Wahl auf das Red Bull Air Race in Budapest. Das Air Race kehrte 2015 nach einigen Jahren Abstinenz wieder an seinen Geburtsort zurück - eine Veranstaltung, die einfach jedes Motorfliegerherz höher schlagen lässt.

12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf vier Flugzeugen hatten sich bis April angemeldet. Aus dem Vereinsmaschinenpool waren die Cessna 172 S und die Robin DR 400 mit von der Partie. Bei den zwei weiteren Flugzeugen im Privatbesitz handelte es sich um eine Cessna 207 und eine Seneca III.

Spannung vor dem Abflug

Aufgrund der Red Bull Veranstaltung war die Terminauswahl leicht: das erste Wochenende im Juli. Aber was nutzt die beste Vorbereitung, wenn am Ende das Flugwetter auf der geplanten Strecke nicht mitspielt. Welcher Sichtflieger kennt nicht diese frustrierende Situation am Tag des Abflugs? Auf keinen Fall wollten wir am Boden bleiben müssen, nur weil es in die eine Himmelsrichtung mit dem Wetter nicht klappt. Deshalb stand für die andere noch eine komplett vorbereitete Alternativroute zur Kanalinsel Jersey bereit – zwei Chancen sind einfach besser! Das war zwar mit etwas Zusatzaufwand verbunden, weil beispielsweise alle Hotelreservierungen bis zum Tag des Abflugs kostenfrei stornierbar sein sollten. HRS.de und Booking.com sei Dank hat das sehr gut geklappt. Auch die Flugvorbereitung mit zugehörigem Kartenmaterial musste für beide Alternativen bereitliegen. Aber: ohnehin keine schlechte Idee, sich einmal wieder mit den europäischen Lufträumen etwas intensiver zu befassen. Bereits Tage vor unserem Abflug waren die Würfel fallen. Die Wetterprognose für unser Vorhaben sah sehr günstig aus. Ein mächtiges Hochdruckgebiet hatte sich von den Azoren auf die Reise nach Mitteleuropa gemacht und bescherte uns zumindest für die Hinreise nach Budapest absehbar „severe“ CAVOK Bedingungen. Pünktlich um 08:00 Uhr am 2.Juli machten sich dann die Vereinsmaschinen auf der Piste 19 in Langenlonsheim bei besten CAVOK Bedingungen auf den Weg zum ersten ,Etappenziel Salzburg. Die max. Spritmenge bei der Robin ist übersichtlich. Also musste unsere Robin Crew einen Zwischenstopp in Schwäbisch Hall einplanen. Die Cessna Crew hatte sich gleich dazugesellt, da die Vereinstankstelle am Tag des Abflugs „trocken“ war. Die zwei Privatflugzeuge hatten ihren Start aus Worms geplant und konnten natürlich ohne Probleme direkt Kurs auf Salzburg nehmen.

Vereins Robin

Der Tankstopp in EDTY war schnell erledigt und der Flug führte über die Münchener Innenstadt mit dem ´72-er Olympiapark weiter über den Chiemsee direkt in die Kontrollzone von Salzburg. Nach einigen Warteschleifen über „Whiskey“ gab es ein „Clear to land runwy 33“ vom Tower.   Mittags waren die Räder unserer Flugzeuge am Boden des internationalen Salzburger Flughafens.Salzburg war allerdings nicht als reinen Zwischenstopp auf dem weiteren Weg geplant. Vielmehr stand jetzt der Besuch im „Hangar 7“ – dem Red Bull Museum -  auf dem Programm. Das überaus freundliche Museums-Management hatte uns schon Tage zuvor eine Parkerlaubnis direkt vor dem Hangar 7 per Sondergenehmigung erteilt. Der Empfang war mehr als gastfreundlich. Kaum dass unsere Triebwerke stillstanden, wurden wir von einer jungen Dame in Empfang genommen. Drinnen gab es zahlreiche hervorragend restaurierte Flugzeugraritäten, wie die Lockheed P-38 Lightning, eine North American B-25J Mitchell, eine Chance Vought F4U-4 „Corsair“ oder eine DC-6 zu sehen. Es herrschte rege Betriebsamkeit im Hangar, denn einige der Exponate wurde an diesem Nachmittag rangiert, um ebenfalls ihre Reise nach Budapest zum Air Race anzutreten. So konnten wir die Exponate nicht nur hier am Boden aus der Nähe betrachten, sondern auch am folgenden Samstag in Budapest fliegend in Aktion.

Red Bull Museum "Hangar 7" Nach dem Besuch haben wir unsere Flugzeuge auf das GAT Vorfeld gerollt. Per Taxi ging es in die Salzburger Innenstadt weiter. Den Nachmittag haben die Meisten der Besichtigung der Mozart Stadt gewidmet: *Festung Hohensalzburg,   *Mozart Geburtshaus,  *Mozart Wohnhaus,  *Salzburger Dom mit seiner eindrucksvollen Fassade und der markanten Kuppel
Natürlich konnte man bei schönstem Wetter auch prima durch das barocke Zentrum der Stadt bummeln und dabei ihre Gassen und idyllischen Plätze kennenlernen. Das Stadtzentrum steht auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Um 09:00 Uhr morgens ging die Reise weiter nach Budapest – genauer gesagt nach Tököl. Getankt hatten wir bereits tags zuvor, sodass der Abfertigung am Gate und der Abflug zügig erfolgen konnte. Der Flug führte bei abermals hervorragenden VFR Bedingungen entlang der Donau in die ungarische Hauptstadt. Bis Wien hatten wir immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das beeindruckende Alpenpanorama. Tököl bei Budapest ist ein ehemaliger Militärplatz der ungarischen Armee. Heute gibt es hier einen regen VFR Flugbetrieb mit teilweise neusten Produkten aus den Häusern Cessna, Diamond und Cirrus. Zum Air Race wurde der Platz von Piloten aus vielen europäischen Ländern angeflogen. Für unsere Robin Crew gab es zuvor noch einen problemlosen Tankstopp in Gyor Per/Ungarn.

Bislang war alles einfach zu glatt verlaufen. Deshalb hatte unsere Cessna eine kleine Überraschung vorbereitet. Auf dem Weg zum Vorfeld verlor unser rechter Reifen schlagartig seine Luftfüllung. Die havarierte Maschine stand maximal im Weg und wurde mit viel Schweiß und freundlicher Hilfe des lokalen Bodenpersonals zum Vorfeld manövriert. Es stellte sich nun die Frage: Wo bekommen wir jetzt, am Freitagnachmittag, die passenden Ersatzteile her? Zu unserer Überraschung hatte der hiesige Pilotenshop ein hervorragend sortiertes Lager. So war der Reifen mit zugehörigen Schlauch und Dokumentation nicht nur vorrätig – er war sogar noch preiswerter als in Deutschland. Die anschließende Reparatur war ein Riesenspaß, denn Thomas aus der örtlichen Werkstatt wusste nicht nur Rat und verfügte über das passende Werkzeug – er hatte auch viel gesunden Humor auf Lager: eine Tasse Kaffee nach getaner Arbeit inklusive. 

 ReifenpanneMit einiger Verspätung trafen alle Crews am späten Nachmittag im Hotel Roombach im Stadtteil Pest ein.   Seit 1987 hat Budapest den Status UNESCO Weltkulturerbe wegen der Aussicht auf das Donauufer und dem historischen Burgenviertel. Da wir von Freitag bis Sonntag früh in der Stadt geblieben sind, war genügend Zeit, um einige der weltberühmten Sehenswürdigkeiten besuchen: *Die Kettenbrücke von 1849 - die erste permanente Brücke in Budapest über die Donau., *Ungarisches Parlamentsgebäude als Bestandteil des UNESCO Weltkulturerbes. *Historischen Burgenhügel im Stadtteil Buda mit dem königlichen Palast, der berühmten Mathias Kirche und dem einmaligen Ausblick auf die Donau. 

Die Freiheitsbrücke, die ursprünglich Franz Joseph-Brücke zu Ehren des damaligen Monarchen von Habsburg genannt wurde. *Fischereibastei mit schönem Ausblick auf die Stadt. Abends durfte natürlich der Besuch in einem typisch ungarischen Restaurant nicht fehlen. Unser eigentliche Aufmerksamkeit gehörte aber am Samstag ganz klar dem Red Bull Air Race 2015. Die weltbesten Kunstflugpiloten waren angetreten, um sich auf einem ca.5 km langem Parcours, der durch 25 Meter hohe Pylone markiert wurde, zu messen. Zum Einsatz kamen die ultimativen Kunstflugmaschinen mit Top Speeds von 240 KTS, Rollraten von bis zu 440°/Sekunde und Belastungsgrenzen von max. 12 g. Das besondere an der Veranstaltung war auch dieses Jahr, dass die Kunstflugfiguren in Höchstgeschwindigkeit mit einer atemberaubenden Präzision direkt vor den Augen der Zuschauer zu sehen waren … und das alles über der Donau vor einer historischen Kulisse auf dem Abschnitt zwischen der weltberühmten Kettenbrücke und der Margaretenbrücke und direkt vor dem mächtigen Parlamentsgebäude der Stadt. Der jeweilige Start zur Zeitwertung wurde in der Master Class auch dieses Mal wieder mit einem Unterfliegen der Kettenbrücke bei ca. 400 km/h ausgelöst.  Air Race Am Sonntag ging unsere Reise mit deutlich geringerer Reisgeschwindigkeit weiter zur österreichischen Hauptstadt. Wir hatten den Flugplatz Wiener Neustadt-Ost gewählt, weil uns die Firma Diamond Aircraft zu einer Werksbesichtigung für den folgenden Montag eingeladen hatte. Wiener Neustadt-Ost ist der Heimatflugplatz dieses Flugzeugherstellers und wir konnten bereits am Sonntag unsere Flugzeuge dort abstellen und für den Weiterflug betanken.   Nach einer kleinen „Stadtirrfahrt“ mit einem ortsunkundigen Taxifahrer gelangten wir ins Hotel in der Nähe des Wiener Prater. Was wäre ein Besuch Wiens ohne Sacher Torte und Besuch des Stephansdoms und ohne das weltberühmte Wiener Schnitzel am Abend? Morgens dann die versprochene Werksbesichtigung: die Firma Diamond hatte sich wirklich enorm viel Mühe gegeben, uns den gesamten Ablauf der Flugzeugentstehung vom der Kohlefaser bis hin zum flugbereiten Produkt in allen Einzelheiten zu erläutern. Eine wirklich sehenswerte und für alle Piloten äußerst interessante Veranstaltung.

 

 Nachdem während der Werksführung ein Höhentrog mit kräftigen Windböen und einigen Regenschauern Wien passiert hatte, tat sich pünktlich um 14:00 Uhr für uns wieder der Himmel auf. Mit anfangs kräftigem Gegenwind traten nacheinander alle Maschinen den Rückweg nach Langenlonsheim an. Nur unsere Remo hatte in Deggendorf noch einmal Durst und verlangte nach einer Zusatzlandung. Wobei zusammenfassend gesagt werden kann, dass die DR 400 einen sehr guten Job gemacht hat. Auch, wenn die Zwischenstopps etwas lästig für die Crew waren: die Tour hat sie mit ganz ordentlichen Reisewerten zur Zufriedenheit erledigt.

 Plangemäß trafen alle Teams um 19:00 Uhr wieder am Heimatflugplatz ein. Das Fliegerbier kam bei 30 Grad genau zum richtigen Zeitpunkt.

Der Euro Fly-Out 2016 ist bereits in Planung. Er findet ebenfalls über das erste Juliwochenende (Mi., 29.06. bis So., 03.07.2016) statt.  Ziel wird Cessna Hochdecker über den Wolkendieses Mal die Kanalinsel Jersey sein.

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